|
|
Die Sonne überzieht die Wolken am morgendlichen Himmel mit einem rötlichen Schimmer. Unser Ziel sind die sanften Hügel des Chianti-Gebiets zwischen Florenz und Siena mit ihren malerischen Weingütern. Wir wedeln an Montaione, Castelfiorentino und Montespertoli vorbei und schon liegt ein atemberaubendes Panorama vor uns, der „Piazzale Michelangelo“, der Balkon von Florenz. Von diesem Platz hat man einen der schönsten Ausblicke hinunter auf Florenz und den Arno. Im Glanz der Morgensonne liegen das Forte Belvedere, die Kirche Santa Croce, die berühmte Ponte Vecchio, der mächtige Dom und der Palazzo Vecchio vor uns. Atemberaubend! Da sieht man dann gerne über die zahlreichen Souvenirhändler und Touristengruppen aus Fernost hinweg.
 |
Die Via Chiantigiana (SR 222), eine der landschaftlich schönsten Panoramastraßen Italiens, führt uns direkt hinter Florenz in die faszinierende Welt eines der größten Weinanbaugebiete Südeuropas. Sanfte Hügelketten, Weinberge bis zum Horizont aber auch kleine Wälder, Olivenhaine und weite Felder prägen das Chianti. Eine Landschaft wie im Bilderbuch. Dicht beieinander stehen trutzige Kastelle und von mächtigen Stadtmauern geschützte Dörfer. Sie zeugen von der Zeit, in der die Herren von Florenz und Siena hier ihre Machtkämpfe ausfochten. Die Weinorte reihen sich wie an einer Perlenkette aneinander. Die Straße erklimmt einen Hügel nach dem anderen; Kehre reiht sich an Kehre. In Greve in Chianti verführt uns das Ristorante La Cantina an der Piazza Trento zu einem Halt, der sich als kulinarischer Geheimtipp herausstellen sollte. Das Örtchen Radda - eines der drei Gründungsmitglieder des Kriegsbündnisses namens “Chianti” - lockt mit seinem historischen Kern am späten Nachmittag zu einem Spaziergang. Dazu einen Cappuccino an der Piazza Ferrucci und dem geschäftigen Treiben zuschauen, was will man mehr (außer vielleicht noch ein Gelato ;-).
Wir nehmen wieder ein Stück griffigen Asphalt unter die Räder und drehen hinter Castellina in Chianti, mit seiner imposanten Befestigungsanlage, nach Norden ab. Weithin sichtbar in dem dünn besiedelten Landstrich sind die mächtigen Mauern der Badia a Passignano vor tiefblauem Himmel. Imposant und geheimnisvoll liegt die Abtei in der einsamen Landschaft. Das von Zypressen eingerahmte Kloster aus dem 11. Jahrhundert gehörte einst zu den bedeutsamsten ganz Italiens.
Am frühen Abend erreichen wir wieder unsere Unterkunft „Poggio Pistolese“ in Montaione, freudig begrüßt von Giotto, dem Hofhund. Wir sind abgekämpft aber Paula weckt unsere Lebensgeister mit der Aussicht auf eine ihrer hervorragenden Pasta zum Abendessen. |
|