Anzeige

 

 

 

Gipfelglück und Dolce Vita

 

 

 

 

Das „Goms“, ein Tal im schweizer Kanton Wallis, ist umgeben von zahlreichen 4.000er-Gipfeln und tief in die Alpen eingebettet. Das von der Rhône durchflossene Tal erstreckt sich über 150 km vom Rhônegletscher bis zum Genfer See. Welch einen Kontrast bietet dagegen der Lago Maggiore im Kanton Tessin. Die Region um den See ist durch ein sehr mildes Klima begünstigt. Die Bergketten der Südalpen halten im Winter die Kälte der Nordwinde fern. Palmen wachsen neben Kastanien, Oleander und Agaven in den Himmel. Warum nicht beides einmal miteinander verbinden?

 

 

Schweizer Gipfelparade: Furka - Susten - Grimsel

 

 

Kühl aber sonnig empfängt uns der Morgen. Eine letzte Tasse Kaffee, noch ein kurzes Schwätzchen, dann erwacht der Motor der Honda zum Leben. Drei imposante 2.000er, 6 Auf- und Abfahrten, liegen vor uns. Im Örtchen Gletsch, stoßen wir auf den Bahnhof der historischen Furka-Dampfbahn. Wir lassen die Furcht erregende Serpentinenkonstruktion des Grimsels an den Steilhängen des Rhônetals „links liegen“ und machen uns an den Aufstieg zum Furkapass. Nach einer gut ausgebauten Geraden führen enge, an den Berg geklebte Serpentinen himmelwärts. Die gesamte Strecke erlaubt einen fantastischen Ausblick hinunter ins Tal, hinüber zum Grimselpass und auf die Reste des Rhônegletschers. Konzentration ist gefragt. Leitplanken gibt es nicht. Lediglich Begrenzungssteine lassen den Abgrund erahnen. Ein Reisebus schleppt sich eine schmale Gerade den Hang hinauf; kurz den Gasgriff angezogen und zwischen Felsen, Bus und Straßenrand vorbei. Die beste Sozia der Welt bekommt Schnappatmung.
Unterhalb der Passhöhe, am Hotel Bélvèdere, ist es dann nicht mehr ganz so idyllisch. Zahlreiche freilaufende Touristen queren hier die Straße, um die Eisgrotte des Rhônegletschers zu besichtigen.
FurkapassDie Passhöhe auf 2.436 m Höhe belohnt uns mit einem weiten Ausblick auf die Spitzen der Glarner- und Berner Alpen. Abenteuerlich windet sich das graue Teerband, übersät von den Namen der Radhelden der Tour de Suisse, nun hinab nach Realp. Folgt es zunächst dem Berghang, fällt es dann in eine ganze Reihe dicht aufeinander folgender Kehren. Nichts für Leute mit Höhenangst.
Hinter Andermatt geleitet uns die Schöllenenschlucht mit der Teufelsbrücke und dem in den Felsen gehauenen „Urner Loch“ (der älteste schweizer Straßentunnel) nach Wassen, am Fuße des Sustenpasses (2.224). Linkerhand verläuft die Trasse der Schmalspurbahn in schmalen Galerien, während sich zahlreiche Kehren an der tosenden Reuss entlang winden. Wenige gut zu durchfahrende Serpentinen und zahlreiche Brücken und Tunnels führen auf gepflegtem Asphalt durch das Maiental. Eine schier endlose Gerade mit ein paar Galerien zieht sich die Bergflanke hinauf. Zügiges doch entspanntes Cruisen ist angesagt. Gestört wird der Genuss nur gelegentlich durch das Röhren der Motorräder, die den Pass hinaufbrettern, als sei der Teufel persönlich hinter ihnen her. Hinter dem Scheiteltunnel treffen wir auf einen zugigen Parkplatz und ein wenig einladendes Selbstbedienungsrestaurant. Ein winziger Fahrweg führt uns hinauf zum Berggasthaus Sustenpass Hospiz. Ein Abstecher, der sich lohnt. Neben einer leckeren Tagessuppe genießen wir hier oben den Blick auf die Berner Gipfelparade: die Fünffinger (3.023 m), die Wendenstöcke (3.042 m), den Stucklistock (3.308 m), den Fleckistock (3.417 Sustenpassm) und schneebedeckte Sustenhorn (3.503m). Wasserfälle rauschen zu Tal, der Wind pfeift und ringsum nur Berggipfel und Gletscher. Alpenfeeling pur. Hier könnten wir ewig verweilen.
Entlang des Sustensees nehmen wir die Abfahrt in Angriff und schwingen uns eine karge Felslandschaft hinunter. Der Blick fällt auf die weiße Decke des Steingletschers, dessen Eiskristalle wie tausende Diamanten glitzern. Kurze Tunnel wechseln sich mit herrlichen Blicken auf die Gletscher des Eggstockmassivs ab. Es folgt ein Hochtal mit saftig grünen Wiesen, dann senkt sich die Straße waldreich talwärts. Die prächtige Kehrenhatz geht bis nach Innertkirchen, wo wir entlang der Aare dem Grimsel (2.165) entgegenstreben. Der von den Gipfeln des Ritzlihorns (3.282 m) und den Gerstenhörnern (3.189 m) umgebende Grimselpass ist Teil dieser legendären Pässerunde. Die Fahrt entlang der Aare durch das mächtige Haslital geizt dabei nicht mit fulminanten Ausblicken hinauf zum Pass. Gigantische, graugrün patinierte Felsplatten tapezieren die Bergflanken. Eine karge Fels- und Gerölllandschaft. Zahlreiche Kurven sorgen - neben der eindrucksvollen Landschaft - für Fahrspaß. Die imposanten Staumauern des Grimsel,- und Räterichsbodensees türmen sich vor uns auf. Graugrüne Wassermassen und mittendrin thront auf einem mächtigen Felssporn das Grimsel Hospiz. Wer glaubt, nun sei der Pass erreicht, irrt. Ein Dutzend Kehren trennen uns noch vom Passschild. Über uns ballen sich zwischenzeitlich dunkle Wolken. Leichter Sprühregen setzt ein. Vorbei am kristallklaren, tiefblauen Totensee führt uns die Passstrasse auf die Serpentinen der Südrampe. Breit und gut ausgebaut ist sie auch jetzt noch gut zu fahren. Der Asphalt ist weiterhin griffig und die 7 Kehren des Grimsel stellen keine großen Anforderungen. Es gibt sogar noch einmal einen Ausblick auf den gegenüberliegenden Furka. In Gletsch tauchen wir wieder in den Wald ein. Noch einmal kann ich zum Abschluss die Gashand spielen lassen (nicht schneller als 80 km/h, die Strafe der  „Rennleitung“ ist hoch!).

 

 

Bildergalerie

 

 

 

 

Die Strecke

 

 

 

 

 

Video Sustenpass

 

 

 

 

 

 

 

 

Reisebericht Teil 2 >>>

 

 

 

 

©  by Motorroller - Info.
 Alle Daten und Angaben ohne Gewähr. Jegliche Haftung wird ausdrücklich ausgeschlossen. Irrtum vorbehalten. Sollten durch die Bilder  irgendwelche Rechte verletzt werden reicht eine kurze Mitteilung. Die Bilder werden sofort entfernt.