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Quer durch Irland und England

 

 

 

 

 

Es geht zurück. Einmal quer durch Irland nach Dublin. Immer geradeaus auf der R 357 passiere ich „Clonony Castle“, ein Tower House, das natürlich wieder einen Fotostopp wert ist. Nur wenige Meilen ostwärts gönnt sich meine Silver Wing erneut eine Pause. Vor mir  erheben sich die Ruinen von „Clonmacnoise“. Die Klosteranlage aus dem 6. Jahrhundert liegt in einer idyllischen Landschaft im County Offaly, umgeben vom sich langsam dahin windenden River Shannon und ausgedehnten Wiesen und Feldern. Voller
Clonmacnoise
besinnlicher Ruhe ist der weite Friedhof mit seinen verwitterten Kreuzen. Der Blick schweift von den alten, steinernen Zeitzeugen weiter über den tiefblauen Shannon.
Was wäre Irland ohne Whiskey? Dieser Frage gehen wir in der ältesten Destillerie Irlands nach. Die „Kilbeggan Distillery“ liegt im verschlafenen Nest Kilbeggan, direkt an den Kilbeggan DistilleryUfern der Brusna. Die Brennerei wurde auf den Überresten eines Zisterzienserklosters erbaut. Da wir noch eine gute Strecke nach Dublin vor uns haben heißt das Motto leider „nur gucken, nicht trinken“.
Den Abend lassen wir im „Hard Rock Cafe“ im Temple Bar Bezirk von Dublin ausklingen. „Temple Bar“ ist eine Touri-Hochburg am Südufer des Flusses Liffey. Der Song „Whisky in the jar“ schallt live aus fast jedem zweiten Pub; dazu ein Guinness…oder zwei….oder… -  gibt es übrigens auch als alkoholfreies Bier!
Am nächsten Vormittag schieben wir noch eine Besichtigung des „Guinness Storehouse“ ein. Guinness ist mittlerweile viel mehr als nur ein Bier, es ist eine irische Institution. Mehr als einer Million Besucher besichtigen jährlich die Brauerei mit angeschlossenem Museum, worin sich alles um die 250-jährige Geschichte des Guinness dreht.
Nach zähen Verhandlungen mit dem Parkhausbetreiber - er will zunächst tatsächlich 42 €uro pro Moped auf einem 3er Stellplatz/Nacht; letztendlich einigen wir uns auf 22 €/Moped - brechen wir am nächsten Morgen zum Fährhafen auf. Übergesetzt nach Holyhead schwingen wir auf kleinen Straßen durch den „Snowdonia National Park“ in Nord-Wales. Ab und zu weiden ein paar Kühe zwischen alten Trockensteinmauern am Straßenrand. Der Himmel erscheint grau und düster, aber es bleibt trocken. Ziel ist unser letztes Zwischenhotel, das „Royal Oak Hotel“ im kleinen Bergdorf Bettws-y-Coed, welches auch „Tor nach Snowdonia (Adlerhorst)“ genannt wird. Ich kann meine Silver Wing abseits der Strasse im Schutz der trutzigen, dunklen Mauern des Hotels parken.
Der nächste Tag birgt fast eine kleine Überraschung: Sonne strahlt ins Zimmer! Beste Voraussetzungen für entspannten Fahrspaß - natürlich erst nach einem herzhaften englischen Frühstück (was sich allerdings nicht wesentlich von einem irischen unterscheidet). Den Zündschlüssel umgedreht; der Motor der Siwi erwacht zum Leben. Auf dem griffigen Asphalt der A5 ist sie in ihrem Element.
Der „Peak District Nationalpark“, ist ein riesiger Nationalpark, nur wenige Kilometer von den großen Industriezentren Manchester und Sheffield entfernt. Weite Graslandschaften und einsame Farmen prägen die Landschaft des „White Peak“. Im Südosten des Parks liegt das Dörfchen Edensor, umgeben von hohen Mauern und Gittern. Das Dorf ist u.a. im Besitz der Herzöge von Devonshire. 50 Häuser des Örtchens sind denkmalgeschützt. In früheren Zeiten gab es hier die Regel, dass „keine Schweine erlaubt sind“. Eine kleine Pause im „Edensor Tea Cottage“ ist ein „Muss“. Die kleinen Kuchen sind einfach eine Sünde wert!
Im Fährhafen von Hull merke ich, dass Großbritannien nicht mehr zur EU gehört. Der Harley-Fahrer unserer Gruppe (was ich verstehen kann) und ich (was ich nicht verstehe kann), müssen absteigen, die Arme heben und die Beine breit machen. Wir werden von den Zöllnern, mit einem leichten Schmunzeln im Gesicht, abgetastet, ehe wir in den riesigen Bauch der Fähre einfahren dürfen.
Pünktlich um 20.30 Uhr legt die Fähre ab. Die „Skyline“ von Großbritannien wird schnell kleiner und versinkt dann ganz am Horizont. Schön war’s!!!

 

 

Bildergalerie 1

 

 

 

 

Bildergalerie 2

 

 

 

 

Reise-Infos

 

 

Klima/Reisezeit
Das Klima Irlands wird entscheidend vom Golfstrom beeinflusst. Im Sommer ist es mit Temperaturen von 15 - 25 Grad recht mild. Mai und Juni gelten als Monate mit den wenigsten Regentagen. Man sollte dennoch stets auf schlechtes (regnerisches) Wetter vorbereitet sein, also unbedingt Regenkleidung mitnehmen.

Anreise
Wer mit dem eigenen Motorroller/Motorrad nach Irland reist, kommt um eine Seereise nicht herum. Diese ist z.B. mit einer Direktfähre von Cherbourg oder über den Atlantik nach Rosslare (Irl) möglich und dauert ca. 18 Stunden.
Als Alternative bietet sich die Fahrt durch England an. Zunächst mit der Nachtfähre von Rotterdam (oder Amsterdam) nach Hull über den englischen Kanal (oder durch den Eurotunnel) und dann von Holyhead über die Irische See nach Dublin.

Tourlänge
A
b 41334 Nettetal ca. 2.400 km

On the road
In Irland gilt Linksverkehr. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber dann doch leichter als gedacht, wenn ihr folgenden Tipp beherzig: das Böse kommt immer von rechts!

In Irland gelten folgende Höchstgeschwindigkeiten:
50 km/h innerorts
80 km/h auf Landstraßen
100 km/h auf National Roads
120 km/h auf Autobahnen

Mein Fahrzeug:
Honda Silver Wing FJS 600, 50 PS, Bj. 2003

Sehenswertes
Der Westen Irlands ist mit das Eindrucksvollste, was die grüne Insel zu bieten hat. Zerklüftete Steilküsten mit traumhaften Sandstränden, grüne Wiesen, bunte Dörfer und überall historische Bauwerke. Neben den bekannten Strecken wie der Ring of Kerry, die Beara und Dingle Halbinsel, der Wild Atlantic Way sollte man unbedingt (!!!) einmal ins raue Hinterland abbiegen.

Unterkünfte
In Irland herrscht große Auswahl an Hotels und Gästehäusern. Jedes noch so kleine Nest hat mindestens eine B&B-Unterkunft. Entsprechende Hinweise stehen überall am Straßenrand.
Auf der Tour haben mir besonders folgende Hotels gefallen:

Academy Plaza Hotel in Dublin
Bailey's Hotel in Cashel
Kenmare Bay Hotel in Kenmare
Royal Oak Hotel in Betws-y-Coed

Das Meadow Court Hotel**** in Loughrea würde ich auf Grund der m.E. teilweise schlechten Zimmer und geschmacklosem Essens persönlich nicht mehr nehmen.

Sonstiges
Besonders bekannt ist Irland aber durch seine reiche „Pubkultur“. Es gibt wohl kaum einen Ort auf der Insel, in der man nicht wenigstens einen Pub findet. In der Regel erweist sich die irische Bevölkerung allerdings nicht erst nach dem ersten Guinness als sehr hilfsbereit und interessiert.

 

 

 

 

 

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