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Anfänger ans Ende!
Bei Motorradtouren mit mehreren Fahrern trifft oft das Problem auf, dass die Fahrkünste der einzelnen Mitfahrer sehr unterschiedlich sind. Es fährt der "Führerscheinfrischling" zusammen mit dem Motorradkurier, der bereits 300.000 km Fahrpraxis hat. Gefahrensituationen sind daher manchmal unvermeidbar. Meistens geht es dabei glimpflich ab. In Motorradzeitschriften usw. wird oft empfohlen, Fahranfänger am Anfang der Gruppe fahren zu lassen.
Rechtlich gesehen ist dies allerdings grober Unfug
Das OLG Hamm entschied hierzu folgenden Fall:
Ein Biker fuhr an der Spitze einer Motorradgruppe von 3 Fahrern. Auf einer abschüssigen Landstrasse in einer Haarnadelkurve stürzte er. Der nachfolgende Biker konnte noch ausweichen, kam auf der Gegenfahrbahn zum Stehen und mit dem Schrecken davon. Der Dritte im Bunde war mit seiner Suzuki wohl etwas zu zügig unterwegs und bekam sein Töff trotz Notbremsung nicht mehr zum Stehen. Er stürzte und schrottete so sein Mopped.
Entgegen der Vorinstanz, die dem Suzi-Fahrer noch belehrte: "Wer reinfährt ist entweder zu schnell oder zu nah dran. Er ist jedenfalls selber schuld und muss daher seinen Schaden voll selbst tragen”, entschied das OLG Hamm hier anders und hob das Urteil der Vorinstanz auf. Die Richter führen sinngemäss aus: Wer in einer scharfen abschüssige Rechtskurve stürzt und dadurch einen folgenden Biker zu einer gefährlichen Notbremsung zwingt, bei der dieser dann ebenfalls zu Fall kommt, muss 60 % des Schadens des nachfolgenden Fahrers tragen.
40% seines Schadens muss der nachfolgende Biker jedoch selbst tragen, da er zu schnell, mit zu wenig Abstand oder jedenfalls zu unaufmerksam gefahren sei.
Aus rechtlicher Sicht kann daher nur gelten: Anfänger oder unsichere Fahrer mit wenig Praxis sollten mit entsprechendem Abstand zum Vordermann besser am Ende der Gruppe fahren.
(c) Bild: Ralf Beelitz
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