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Bremsen am Berg

 


 

 

 

 

Seit der verheerenden Brandkatastrophe im Tauerntunnel, weichen immer mehr Urlauber als sonst auf Bergstrassen aus. Deshalb wurde z.B. am Großglockner die Nachtfahrsperre aufgehoben. Doch welcher "Flachlandfahrer" ist fit für eine 12-km-Strecke, die ihn aus 2.500m Höhe mit 12% Gefälle und 32 Spitzkehren in die Tiefe führt ?

Wer denkt schon daran, dass Bremsscheiben bei unüberlegter Bedienung 800 Grad heiß und rot glühend werden können ? Die fatale Kettenreaktion :

1. Die Hitze strahlt auf die Bremszylinder aus
2. lässt den Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit verdampfen
3. der Druck auf die Bremse presst die entstandenen Dampfblasen zusammen
4. der Weg des Bremshebels wird länger und länger

Die Bremswirkung ist dann gleich Null !

Damit Euch das niemals passiert :

Lasst Minimum alle zwei Jahre (oder lt. Serviceheft) die Bremsflüssigkeit wechseln. Je älter sie ist, desto mehr Wasser enthält sie und ihr Siedepunkt sinkt. Legt bergab einen kleineren Gang ein ( sofern kein Automatikscooter ). So übernimmt der Motor die Hauptarbeit. Nicht mit der Kupplung bremsen ! Manche Fahrer fahren zwar mit niedrigem Gang, ziehen aber zwischendurch die Kupplung, um etwas schneller zu werden. Das ist gefährlich, weil beim Wiedereinkuppeln die Mitnehmerscheibe regelrecht explodieren könnte. Heißgebremst ? Keine Wirkung ?

So wendet Ihr hoffentlich die Katastrophe ab:

Mehrmals schnell "nachpumpen". Das komprimiert die Dampfblasen. Wichtig: drauf bleiben, unbedingt den Druck halten ! Wenn das nicht hilft: niedrigeren Gang notfalls gewaltsam reinwürgen. Flucht ins Gelände: Seitenweg oder, in allergrößter Not, an Mauern, Felswänden oder Planken entlangschrammen. Die Maschine kann repariert werden - Euer verlorenes Leben nicht !
 

 

 

Bergfahrt... aber richtig

 

 

Dies sollten - insbesonders “Flachlandtiroler - bei Berg- und Pässetouren beachten :

  • Höchste Konzentration ist gefragt. Die Straßen in den Bergen sind meistens schmaler oder sogar nur Einspurigkeit. Oftmals ist der Strassenbelag von Frostaufbrüchen gewellt und ausgebessert oder es liegen häufig Steine auf der Fahrbahn.
  • Mit Reisebussen, unsicheren Autofahrern und  auf den Pässen sogar mit Schnee und Glatteis muss gerechnet werden.
     
  • Motorroller fahren in den Bergen strengt an und wer sich angestrengt macht Fehler. Deshalb möglichst fit sein.
     
  • Ausreichend lange und häufig Pausen machen. Dabei sich die “Beine vertreten” oder eine kleine Besichtigung einschieben.
     
  • Und dann sind da natürlich noch die von vielen geliebten und von manchen gehassten Kurven. Haarnadelkurven vielleicht oder gemeine Hundskurven, die sich im Verlauf zuziehen.
    Die Kurven nach Möglichkeit im Kurvenäußeren anfahren und den Motorroller erst spät abwinkeln. Ein Tipp: Zu frühes Einlenken kann Probleme am Kurvenausgang schaffen. Durch späteres Einlenken kann die Kurve weiter eingesehen werden; das schafft Reserven am Kurvenausgang.
     
  • Kehren mit Steigung dürfen nicht zu langsam oder niedertourig angefahren werden; hier ist es besonders wichtig, Verlauf und Beschaffenheit der Fahrspur vorausschauend im Blick zu haben.
     
  • Fahr immer etwas (!) langsamer in die Kurven wie üblich. Hierdurch gewinnt man Raum und Reaktionszeit und vermeidet Stress. Wichtig : Locker bleiben !
     
  • Am Anfang fällt es vielen schwer : achtet immer darauf, dass ihr die Richtung schaut, in die ihr fahren möchtet. Den Blick weit voraus tief in die Kurve pendeln und früh das Kurvenende suchen lassen. Die Trennung von Fahrt und Blickrichtung ist die Grundvoraussetzung für eine harmonische Kurvenfahrt. Der Kopf zeigt dorthin, wo die Fahrt hinführen soll !! Nicht auf das eigene Vorderrad !!!!
     
  • In den Bergen ist es definitiv untauglich, den Roller in einer Kurve aufzurichten und stark abzubremsen. Besser ist es, sich noch stärker in die Kurve zu legen und gleichzeitig mutig Vollgas zu geben.
     
  • Wenn in engen Kurven ein Bus auf der Gegenspur entgegen kommt - abbremsen !!! Der Bus muss oftmals deine Straßenseite mitbenutzen, um herumzukommen und  Linienbusse nehmen praktisch keine Rücksicht, weil die Fahrer solche Situationen kennen und auch bei Anderen dieses Wissen voraussetzen.
     
  • Beim Überholen in großen Höhen kann es zu einem deutlichen Leistungsverlust und daher zu längerer Überholdauer kommen (bee)
     

 

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