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Bremsen muss geübt werden
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Von Null auf 100 in wenigen Sekunden - kein Problem. Aber in der gleichen Zeit wieder von 100 auf Null zu kommen, ist für Rollerfahrer unmöglich. Es ist ein Irrglaube, ein Scooter komme deutlich schneller zum Stehen als ein Auto. Nicht ohne Grund messen Verbände wie ADAC, der Auto Club Europa oder der Deutsche Verkehrssicherheitsrat dem richtigen Bremsen eine grosse Bedeutung bei. Es kann Leben retten - wird aber noch immer zu selten trainiert, so die Expertenkritik.
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Der Bremsvorgang
Beim Bremsvorgang wird die Bewegungsenergie des Motorrollers in Wärme umgewandelt. Die für den Bremsvorgang notwendige Verzögerung wird durch den Einsatz von Trommel- oder Scheibenbremsen am Rad gewährleistet. Bis Mitte der 70er-Jahre wurden im Motorrollerbau ausschliesslich Trommelbremsen verwendet. Heute haben sich - zumindest vorne - die Scheibenbremsen durchgesetzt. Diese haben gegenüber Trommelbremsen einen gewichtigen Vorteil: sie verlieren selbst bei hoher Belastung nur einen geringen Teil ihrer Bremswirkung.
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Radlastverteilung
Richtig bremsen heisst, im Notfall auf möglichst kurzer Strecke sicher zum Stehen zu kommen. Um das Fahrzeug optimal verzögern zu können, müssen selbstverständlich beide Bremsen gleichzeitig betätigt werden. Dabei sollte jede Bremse nur so stark eingesetzt werden, wir das jeweilige Rad an Kraft übertragen kann. Je höher die Radlast, desto grösser die Kraftübertragung.
Die Radlast ist bei einem Motorroller - im Gegensatz zu einem Motorrad - zu 35 bis 40 Prozent auf das Vorderrad und zu 60 bis 65 Prozent auf das Hinterrad verteilt, d.h., dass das Hinterrad zu Bremsbeginn die meiste Kraft übertragen kann und somit bei einem Motorroller stärker verzögert werden muss. Da das Vorderrad zu diesem Zeitpunkt nur gering belastet ist, überbremst ( blockiert ) es recht schnell, rutscht weg und ein Sturz ist meist die Folge, wenn die Bremse nicht rechtzeitig gelöst wird.
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Grundsätzlich gilt: "Hinten blockiert - vorne dosiert".
Bei einer Bremsung verlagert sich das Gewicht auf Grund der Massenträgheit ( Geschwindigkeit x Gewicht ) zusätzlich auf um ca. 15 - 20 % auf das Vorderrad, sodass in diesem Fall beide Räder etwa gleich stark belastet sind und deshalb auch ähnlich stark verzögert werden können bzw. müssen.
Die Faustformel für das richtige Bremsen lautet daher :
Hinterradbremse ( linker Handbremshebel ), schnell und kräftig, Vorderradbremse ( rechter Handbremshebel ) zunächst dosiert und dann den Bremsdruck entsprechend der Gewichtsverlagerung verstärken.
Der Fahrer sollte hierbei immer geradeaus in den Horizont sehen ( damit das Hinterrad nicht ausbricht ), in den Hüften einknicken, die Ellbogen anziehen, den Lenker gerade halten und nach vorne lehnen, um den Schwerpunkt nach vorne und nach unten zu bringen. Keine Angst vor dem blockierenden Hinterrad, welches auszubrechen droht, denn mit ein bisschen Gefühl im Allerwertesten gleicht man das locker aus.
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Um die Hemmung vor einer Vollbremsung zu verlieren hilft nur ständiges Üben bis an die Blockiergrenze des Vorderrades heran. Am Schluss sollte der kombinierte Einsatz beider Bremsen geübt werden. Am besten sucht man sich dazu einen übersichtlichen und verkehrsarmen Parkplatz, wo in Ruhe die verschiedenen Bremsmanöver geübt werden können. ACE und auch ADAC beispielsweise bieten speziell Bremsübungen aus unterschiedlichen Geschwindigkeiten auf trockener und nasser Fahrbahn an. Darüber hinaus vermitteln sie im Fahr-Sicherheitstraining... den richtigen Blick für die Fahrbahn und das Verkehrsgeschehen. Je nach technischer Ausstattung der Trainingsplätze kostet das Seminar zwischen 50 und 110 Euro.Der ADAC informiert unter der Rufnummer 0221/38 26 94, der Auto Club Europa unter 01802/33 66 77. |
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Die Vollbremsung
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Gefahrenbremsung
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Bis ca. 50 km/h sind der Bremsweg und der Ausweichweg etwa gleich lang. Über die richtige Wahl des Notmanövers sollten die örtlichen Gegebenheiten bzw. das fahrerische Können entscheiden. Bei der angegebenen Geschwindigkeit macht ein kombiniertes Manöver, erst bremsen - dann ausweichen, wenig Sinn, da die Bremszeit bis zum Stillstand ( etwa 1,5 Sek. ) kaum länger ist als die Zeit, die für das Lösen der Bremse und das Einleiten des Ausweichmanövers benötigt wird.
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Bremsen oder Ausweichen ?
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Immer wieder einmal stellt sich die Frage : was ist besser - Bremsen oder Ausweichen ? Hier einige Entscheidungshilfen... |
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Rollerfahrer: Sicherheitspotential beim Bremsen nicht optimal genutzt
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Eine detaillierte Dekra-Auswertung von 90 Zweiradunfällen, davon 27 Roller und 63 Motorräder zeigt, dass Rollerfahrer das Sicherheitspotential beim Bremsen nur ungenügend nutzen. Während 31 Prozent der Motorradfahrer vor dem Unfall gebremst haben, konnte nur bei 4 Prozent der Rollerunfälle eine Bremsung nachgewiesen werden. Bei Zweiradfahrern ist die Hemmung voll zu bremsen noch wesentlich grösser als bei Autofahrern. Zudem sind erhebliche Unterschiede zwischen Anfängern, Geübten und Sportfahrern festzustellen. Weil bei den einfach zu bedienenden Rollern der Anteil von weniger geübten Personen noch wesentlich höher sein dürfte als bei den Motorradfahrern, ist die Scheu vor einer starken Notbremsung durchaus erklärbar. Hinzu kommt, dass die kleinen Räder die Fahrstabilität bei Bremsvorgängen nicht unterstützen.
Aus technischer Sicht führt die ungünstige Gewichtsverteilung bei Rollern ( 35 bis 40 Prozent vorn und 60 bis 65 Prozent hinten) zwangsläufig zu einem anderen Bremsverhalten als bei Motorrädern, bei denen nur die Hälfte des Gewichtes auf die Hinterräder wirken. Noch extremer wird das Verhältnis, wenn man zu zweit fährt.
Hinzu kommt, dass beim Roller die wegen der hohen Achslast stärker wirkenden Hinterbremsen mit der (meist) schwächeren linken Hand betätigt werden müssen. Mancher Rechtshänder dürfte Mühe haben, bei einem mit zwei Personen besetzten Roller die mit der linken Hand zu bedienenden Hinterradbremsen in der nötigen Intensität einzusetzen.
Der Gebrauch der Vorderradbremse mit dem rechten Bremshebel führt vor allem bei Rollern mit kleinen Rädern (10 Zoll) zum frühzeitigen Blockieren und Wegrutschen des Vorderrades. Ursachen dafür sind die geringe Vorderradbelastung und das kleinere Massenträgheitsmoment der Räder. Verstärkt wird dieses Problem bei feuchter Fahrbahn durch harte Reifen - die für den wärmeren asiatischen Raum ausgelegt sind - sowie die oft einfache Dämpfungstechnik mit den kleinen Federwegen an der Vorderradgabel
Verbesserungen bei neuen Modellen Diesen kritischen Punkten wird bei der Entwicklung der Rollerbremsen bereits Rechnung getragen. So gibt es beispielsweise bei der Suzuki Burgmann ein Kombibremssystem, das mit dem linken Bremshebel betätigt wird und die Bremskraft auf Hinter- und Vorderrad im erforderlichen Verhältnis verteilt. Yamaha setzt im Majesty 250 serienmässig auf ABS. Bisher nicht auf europäischen sondern erst auf Japans Strassen anzutreffen sind 50 cm³ Roller mit ABS.
Ausweichen sollte mit den wendigen Rollern kein Problem darstellen. Diese These bestätigt die oben erwähnte Unfalluntersuchung. Das Verhältnis zwischen Motorrädern (17 Prozent) und Rollern (12 Prozent) ist hier nicht so stark ausgeprägt. Aber auch hier gibt es rollerspezifische Fallen: Geringe Bodenfreiheit und ungünstig montierte Hauptständer hebeln den Roller bei engen Kurvenfahrten regelrecht aus. Fahrzeuge mit 12 oder 13 Zoll-Bereifung sind hier sicherer, die Bodenfreiheit verbessert sich aber nur unwesentlich. Die neuen Roller mit 16 Zoll-Rädern fahren sich fast so wie ein Motorrad. Trotz dieser besseren Fahrfähigkeiten ist die Nachfrage in Mitteleuropa noch gedämpft. In Italien und Spanien gehören diese Fahrzeuge bereits zum alltäglichen Strassenbild. Quelle : Dekra, 2002
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("Man(n)" sagt:) Das schönste beim Scooterfahren ist das Kurvenfahren, (Frau (die Vernunft) sagt:) das wichtigste aber ist das Bremsen !!
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